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Gemütliche Comic-Runde am 22.06.2014 in München


Die wichtigste Comicmesse in Deutschland, der Comic-Salon in Erlangen, bot Gelegenheit in den Süden Deutschlands zu reisen. Auf dem Terminplan stand für  Sonntag, den 22.06.2014 ein Besuch in München. Nicht irgendein Besuch, sondern ein Treffen mit Max und Luzie-Vater Franz Gerg und Mingamanga-Zeichner Robert Platzgummer. Als Treffpunkt  war Gleis 20 im Hauptbahnhof ausgemacht.

Hier trafen wir pünktlich um 14 Uhr auf Robert Platzgummer, der auch noch Zeichner-Kollegen Matthias Schäfer (Captn Crazy) mitgebracht hatte. Etwas später stieß auch Meister Gerg mit Aktenkoffer bewaffnet dazu. Zusammen brachen wir dann zu einem circa 20-minütigen Spaziergang durch München (bayrisch: Minga) auf. Hier lernten wir eine ganze Menge über die Geschichte der Stadt von München-Experten Platzgummer kennen. Einen sachkundigeren Stadtführer kann man sich kaum vorstellen. Zu jedem Platz, jeder Kirche und jedem Gasthaus konnte er etwas erzählen und historische Eckdaten bringen. Kein Wunder, hatte er doch 2007/2008

seine Mingamangas  in die Münchener Geschichte reisen lassen wollen. Acht fertig kolorierte Seiten waren bereits entstanden. Leider fand sich niemand, der die Geschichte publizieren wollte und so verschwand dieser verheißungsvolle Entwurf in der Versenkung. Dafür ist Robert Platzgummer allerdings zum wandelnden München-Lexikon mutiert.





1.Seite zum Mingamanga-Spezial "850 Jahre München"


In einem schönen Restaurant mit italienischer  Küche nahe dem "Alten Peter" schlugen wir unser Lager auf.

Fleißiges Max&Luzie-Studium und Diskurs; von links Robert PLatzgummer, ich, Matthias Schäfer und Franz Gerg


Vorbereitend hatte ich alle Hefte der Franz Gerg Serien "Max und Luzie" und "Eddie Erdmann" durchgearbeitet, um darin Anspielungen auf Figuren, Szenen aus anderen Comics, Filmen, Kunst, aber auch der realen Welt zu finden. Diese Liste legte ich nun, mit Bildmaterial angereichert, den Urhebern zur Überprüfung vor. Meine Frau fungierte als Schriftführerin und Fotografin. Viele der Bildbeispiele waren so gar nicht beabsichtigt gewesen, andere hingegen trafen genau ins Schwarze. Natürlich konnten die Experten die Sammlung um zahlreiche weitere Besonderheiten ergänzen.

Akribisch wurde die mitgebrachte, komplette Sammlung  von "Max und Luzie"- und "Eddie Erdmann"-Heften durchforstet. Zu "Eddie Erdmann" gab es auch viele Hinweise von Robert Platzgummer. Hatte er doch Franz Gerg bei der Erstellung von Vorzeichnungen unterstützt und oft seine




persönliche Note eingebracht. Viele Bildwitze stammen von ihm und wurden begeistert erläutert.


Der besondere Moment war gekommen als Franz Gerg seinen "Wunder"-koffer öffnete. Es erwartete uns ein seltener Blick hinter die Kulissen von Max und Luzie. Kaum zu beschreiben, was da alles zum Vorschein kam. Drei komplette Geschichten aus den Anfängen  von Max und Luzie, die in dieser Form nie erschienen sind; Entwürfe für die Figuren; alternative Titelbilder. Ein wahrer Fundus für den eingefleischten Fan. Immer wieder wurden interessante Anekdoten zu der Arbeit an den beiden Serien eingestreut. Zwischendurch wurde ein kräftigendes Mahl eingenommen, um den tatsächlich acht Stunden andauernden Comicmarathon durchzustehen.


Original getuschte Seite aus "40 Fässer westwärts"


Ein weiteres Schmankerl waren die Originalseiten der Geschichte von Robert Platzgummer und Franz Gerg "40 Fässer westwärts" in der, wie kann es anders sein, ein Bayer im Jahr 1869 durch den Wilden Westen zieht. Eine Fortsetzung wäre wünschenswert, doch auch hier fehlt ein Produzent.


Das Glanzlicht der Comicrunde stellte ein Comicprojekt von Franz Gerg dar. In seiner aktiven " Max und Luzie"- Zeit trat man an ihn ausgerechnet mit dem Wunsch heran, einen 16-seitigen, quartalsweise erscheinenden Funny-Comic mit dem Titel "Lei Se und Wao" zu zeichnen. Das war natürlich nicht bei dem bisherigen Arbeitsaufwand Gergs möglich. Es entstanden aber schon einige

Zwei fertige Seiten der unveröffentlichten Franz Gerg-Geschichte: Lei Se und Wao"

Seiten und Charakterentwürfe hierzu. Die Geschichte stammte wohl von einem Verwaltungsangestellten mit einem großen Maß an Fantasie und Witz. Das kampf-sporterprobte asiatische Mädchen „Lei Se“ und ihr, einem Wischmopp ähnelnden, Hund „Wao“ wurden in ein Abenteuer um gestohlene Sombreros verwickelt. Leider wissen wir nicht wie diese Geschichte ausgeht, denn auch diese wartet auf einen Herausgeber und bleibt solange in der kreativen Schublade liegen. Nachdem wir von Matthias Schäfer ein signiertes Captn Crazy-Heft inklusive Skizze geschenkt bekamen, zogen wir gegen 22:30 Uhr gen Hauptbahnhof. Nicht nur über die Comics hatten wir einiges dazugelernt, sondern auch wie es im Comicgeschäft so zugehen kann und wie so eine richtige bayrische Konversation stattfindet. Außerdem, dass Comiczeichner, jedenfalls in diesem Fall, ein ganz besonderes und nettes Völkchen sind. Die Ergebnisse aus diesem interessanten Treffen werden sicher weitere Verwendung finden.


Eines der zahlreichen Bildbespiele: Max und Luzie - In der franz. Revolution: der kleine Jean und sein "Vorbild" Bruno Ukaweh aus der Spirou -Geschichte "ORN ruft Bretzelburg