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Interviews:

Mele Brink wurde 1968 in Bielefeld geboren und wuchs im „ostwestfälischen Hinterland“ auf, wo sie auch die Schule besuchte und ihr Abitur absolvierte.

An der RWTH Aachen studierte sie Architektur und schloss 1998 mit Diplom ab.

Das Zeichnen brachte Mele Brink sich im autodidaktischen Selbststudium nebenher bei.

Seit 1994 zeigt sie in Ausstellungen ihre Zeichnungen und Plastiken und veröffentlicht seit 1996 auch Cartoons und Illustrationen. Seit 1998 arbeitet Sie in Aachen als freiberufliche Vollzeitzeichnerin.


Werbecomics.info:    Wie wurde Ihr Interesse an Comics geweckt?


Mele Brink:   Mh, man kann mit Bild und Text einfach viel mehr auf einmal

ausdrücken/ansprechen als mit Text oder Bild allein. Ich glaub, das fand

ich schon als 'Lüüt' ziemlich klasse.


werbecomics.info:    Was waren/sind Ihre Lieblings-Comicserien?


Mele Brink:   Asterix natürlich, Touché finde ich großartig und derweil auch vieles, was

unter 'Grafic Novel' läuft, Craig Thompson zum Beispiel.


werbecomics.info:    Welchem Stil würden Sie ihre Zeichnungen zuordnen?


Mele Brink:   Cartoonig, Semifunny. Angefangen habe ich vorwiegend mit Einbildwitzen

(Cartoons), inzwischen  mache ich auch viel 'heitere Illustration'

und Portraitkarikaturen.


Werbecomics.info:    Hatten Sie bestimmte Vorbilder und wenn ja, welche?


Mele Brink:  Jutta Bauer, Ralf König, Claire Brétécher, F.W.Bernstein, Wilhelm Busch ….


werbecomics.info:    Wie kam es dazu, dass aus der Architektin eine

Vollzeitzeichnerin wurde?


Mele Brink:   Grad nach dem Abschluss, waren das beides Berufe, in denen man in der

Regel schwer ein Bein an die Erde bekommt und dabei auch nicht gerade

wohlhabend wird. Und da war die Entscheidung leicht, es lieber mit dem

zu probieren, was mir ziemlich uneingeschränkt Spaß macht. Und darüber

hinaus waren mir Zeichner und Zeichnerinnen einfach immer viel

sympathischer als Architektenansammlungen ...


werbecomics.info:    Seit 2000 gibt es nun die Rucky-Comic-Heftchen zur

Kinderfastenaktion von MISEREOR. Wie kam es zu der    

Zusammenarbeit?


Mele Brink:   Zufall? Fügung? Misereor war der vorherige Zeichner der     

Kinderfastenaktions-Sachen abhanden gekommen. Zufällig saß eine

Bekannte mit in einer Besprechung und erwähnte, daß Sie eine Zeichnerin

kennen würde, die das vielleicht auch machen könnte …. so kam's zum

Kontakt. Das war etwa ein Jahr nachdem ich mich schwer blauäugig mit

der Zeichnerei selbständig gemacht hatte, ein für mich ziemlich

glücklicher Zufall.


werbecomics.info: Welches Konzept steht hinter dem Rucky-Heften?


Mele Brink:   Jedes Jahr wird in der Kinderfastenaktion ein anderes Land mit einem

Förderwürdigen Selbsthilfeprojekt vorgestellt. Rucky besucht dann  quasi

ein paar Kinder in dem Land und erlebt mit Ihnen kleine Abenteuer. Es

gibt in der Regel reale Personen/Familien, die als 'Vorlage' für die Figuren

dienen. Rucky ist das Bindeglied zwischen den einzelnen Geschichten

oder auch zu den anderen Artikeln der KiFa. Am Anfang tauchte er nur

relativ aktionslos auf. Inzwischen ist er eine eigenständige handelnde bzw.

kommentierende Figur. Über ihn kann in den Geschichten derweil auch

immer noch eine alberne/heitere/witzige Note auftauchen.


werbecomics.info:    Inwieweit müssen Sie Vorgaben folgen, was können Sie „frei“

gestalten?


Mele Brink:   Bei der Gestaltung an sich bin ich recht frei. Inhaltlich gibt es allerdings

konkrete Vorgaben für die Geschichte/Handlung. Es gibt eine Art

Storyboard und viele Fotos vom Land, damit kann ich dann recht frei

arbeiten. Der Rucky von meinem Vorgänger sah z.B. noch ganz anders

aus. Orientierung daran war geboten und inzwischen hat er sich dann doch

von Jahr zu Jahr ein wenig verändert.


werbecomics.info:   Welche Zielgruppe soll angesprochen werden?


Mele Brink:   Kinder zwischen 5 und 10. Die Comics, Länderwimmelbilder und

Bastelbogen werden über Kindergärten, Grundschulen und Gemeinden

verteilt.


werbecomics.info:    Gibt es die Comics auch in anderen Sprachen?


Mele Brink:   Gelegentlich werden Kleinauflagen und/oder DownloadPDFs in  Englisch

oder Französisch gemacht. Vorwiegend für die Kinder, von denen der

Comic handelt.


werbecomics.info:    Wie hoch ist der Anteil der jährlichen „Rucky-Aktion“

(Comichefte, Wimmelbilder, etc.) an Ihrem gesamten

Arbeitvolumen.


Mele Brink:   Mit allem, was dazu gehört (Arbeitshilfe, Comic, Wimmelbild, Webseite,

Kalender, Merchandising Produkten …) bei etwa 25-30 %.


Werbecomics.info:    Welche Projekte haben Sie noch im Cartoon- und

Comicbereich? Wird es vielleicht eine eigene Comic-Serie von

Ihnen geben?

 


Mele Brink:   Es gibt regelmäßige Cartoons für ein paar Zeitschriften, bebilderte

Geschichten einer Senfmaus, einiges an Schulbuchillustrationen, ein paar

Filme.....aber was mir am meisten am Herzen liegt und durchaus schon als

Serie zu haben ist oder gerade fortgesetzt wird, sind die Bücher der

Edition Pastorplatz. Vor knapp zwei Jahren haben wir (der Atelierkollege

Bernd Held und ich) diesen Kleinverlag gegründet und machen derweil

noch als 'kostenneutrales' Hobby kräftig bebilderte schöne Bücher, die

vorwiegend der Erheiterung dienen. ;-) Einmal gibt es da die 'Tofuwurst –

eine Biografie' und noch dieses Frühjahr erscheint die 'Wurst im Film'.

Weniger cartoonig sind 'Wie is' es dir?' und 'Ich und Ich' – beides

Bücher mit Ölkreidezeichnungen ohne Text. Die Fortsetzung 'Ich & Du'

wird auch dieses Jahr noch erscheinen. Es darf gerne geschaut und auch

bestellt werden unter: www.editionpastorplatz.de


werbecomics.info: Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.


Mele Brink:   Aber sehr gerne doch.


MeleBrink (Rucky Reiselustig / Kinderfastenaktion)